Historische Informationen zur Region 4

Teilregion 4 – Bronze- und vorrömische Eisenzeit

Keltische Berge und uralte Siedlungen - zwischen Diesburg und Dolmar.


Der Dolmar 

Der Berg Dolmar ist für den Raum um Meiningen das geologische Wahrzeichen, er gilt als „Hausberg" der Meininger und „Heiliger Berg der Kelten". Archäologische Funde haben bestätigt, dass dieser Platz schon vor Jahrtausenden den Menschen angezogen hat. Die Salzlagervorkommen im Werratal waren ein Grund für die Besiedelung. Offensichtlich war der Dolmar ein uralter Kultplatz. Es ist zu vermuten, dass hier in „heidnischer Zeit" Opfer dargebracht wurden und dass er den Menschen immer wieder als Zufluchtsort diente. Aus der keltischen Sprache lässt sich eine solche Nutzung ableiten: „Dolmen" bedeutet Opfer, und „mar" steht für groß bzw. berühmt. Quellen, die in der Nähe des Gipfels entspringen, Steinwälle, die sich im Gelände abbilden, und vorgeschichtliche Gräber, die in diesem Gebiet freigelegt wurden, sprechen dafür. Die Toten wurden mit Blickrichtung zum Dolmar begraben. Zwei Ringwälle umgrenzen im oberen Bereich der Bergkuppe eine Fläche von ca. 5 Hektar. Die Kelten haben diesen Berg als Beobachtungs- und Vorposten für die noch mächtigere Steinsburg von Römhild genutzt. Er war vermutlich so etwas wie eine erste Verteidigungslinie gegen eindringende Germanen. Über den Dolmar führt der Kelten-Erlebnisweg „Von Südthüringen über die Haßberge“.

Funde bei Herpf

Auf uralte Siedlungen in dieser Gegend deuten die im vorigen Jahrhundert aufgedeckten vorgeschichtlichen Hügelgräber hin. Das Gräberfeld im "Eichig" bei Herpf gehört der Hallstattzeit an.
Nach derzeitigen Informationen gab es 21 Grabstätten (800 – 450 v. Chr.). Dies waren Brandbestattungen mit Schmuck, Waffen, tönerne Gefäße als Grabbeigaben. Eine Besiedlung muss es gleichzeitig mit dem Gräberfeld gegeben haben, lt. letzten Funden in Herpf, Bereich Wiebersgasse

Rund um die Hohe Geba

Der Gebaberg liegt westlich von Meiningen, an seinen südlichen Ausläufern befinden sich die Dörfer Helmershausen und Bettenhausen, östlich liegt Träbes und nördlich die Orte Unter- und Oberkatz. Mit 751 m ü. NN stellt die Hohe Geba den höchsten Berg der nordöstlichen Vorderrhön dar. Er ist ein beredtes Zeugnis des tertiären Basaltvulkanismus und gleichzeitig auch ein verkleinertes Abbild der Hohen Rhön. Bronzezeitliche Grabanlagen gab es auf der Diesburg (Abb. 14), dem Nachbarberg der Hohen Geba. Der sagenumwobene Basaltkegel trägt eine vorgeschichtliche (eisenzeitliche) Wallanlage. Funde stammen aus dem 4./3. Jh. v. Chr. Kleinere Funde wie Münzen gab es auch auf dem Gebaplateau. Nachgewiesen sind bei Oberkatz ein bronzezeitliches Hügelgräberfeld (2 einfache Radnadeln und eine Brillennadel) und ein Gräberfeld bei Unterkatz. Auf der Hohen Geba ist im Rhönkulturgarten auch der keltische Jahreskreis dargestellt.