Historische Informationen zur Region 3

Teilregion 3 – Bronze- und vorrömische Eisenzeit

Funde und historische Entdeckungen im Gebiet zwischen Oepfershausen und Kaltennordheim.


Funde zwischen Oepfershausen und Unterkatz

1839 wurden aus einem Grabhügel der Hallstattzeit bei Unterkatz die interessanten Schmuckstücke einer Körper-Nachbestattung der frühen Latènezeit geborgen. So fanden sich zwei „Sapropelitringe“. In der Latènezeit war das Gestein Sapropelit zur Herstellung von Arm- und Fingerringen beliebt. Bislang wurde in der Rhön Sapropelitschmuck selten gefunden. Die Fertigungszentren für diese Schmuckstücke lagen in Böhmen. In dem Grab, das vom Beginn des 3. Jh. v. Ch. stammt, gab es ebenfalls zwei Bronzefibeln von einer Art, mit der die Latènezeit im Gebiet der Jastorfkultur beginnt. Diese war vom 6./5. Jh. bis zum 3. Jh. v. Ch. im Norden und Osten Deutschlands verbreitet. Lt. einer alten Übersichtskarte zu Bodendenkmälern gab es 2 Hügelgräberfelder zwischen Oepfershausen und Unterkatz.
Information u. a. zu den Grabfunden von Unterkatz gibt es im Steinsburgmuseum Römhild.

Der Bergsporn Höhn

Der Bergsporn Höhn, 510,80 m ü. NN, zwischen Diedorf und Klings ist heute durch den Basaltabbau geprägt. 1992/93 ergaben archäologische Ausgrabungen, dass bereits in der Spätbronze- bis frühen Eisenzeit eine Höhensiedlung auf dem Höhn existierte, die mit einem Abschnittswall gesichert war. Der nördlichste Wall, nach seiner Konstruktion eine Stein-Erde-Schüttung mit Holzeinbauten, war in seiner Ursprünglichkeit erhalten. Der größte Teil des Fundmaterials lag unter den Wällen. Zwei schon länger bekannte Bronzearmringe sind die ältesten Funde. Sie sind ca. 3.500 Jahre alt und können auch aus Gräbern stammen, die z. B. durch die Errichtung einer mittelalterlichen Burg (Fischberg) an gleicher Stelle zerstört wurden (vgl. Gall 1994).
In der Nähe von Fischbach, am Südabhang des „Schlageller“ ragen zwei bronzezeitliche Grabhügel deutlich aus dem Gelände heraus. Sie befinden sich in einer Höhe von 550 – 580 m ü. NN. Ihr Durchmesser beträgt 7 bzw. 10 m. Beide Hügel sind mit Steinen abgedeckt; ein Hügel weist eine vollständige Steinpackung auf.

Entdeckungen rund um den Umpfen

Der Berg Umpfen (697 m ü. NN) liegt im nördlichsten Zipfel der Gemarkung Kaltennordheim. Bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde am Nordhang Basalt abgebaut. Entlang der 680 m-Höhenlinie sind nach Süden und Westen noch Wallreste auf einer Länge von 300 m erhalten. Ein großer Teil des Walles fiel dem Steinbruchbetrieb zum Opfer. Eine historische Geländeaufnahme vor dem Steinbruchbetrieb aus der Zeit um 1904/1905 zeigt einen im Norden offenen, ovalen Ringwall. Sicher war die Gipfelbefestigung auch an dieser Steilstelle ehemals geschlossen und wurde erst mit dem Wegebau zum Aussichtspunkt planiert. Mit dem alten Plan wird auch die Größe der umwallten Innenflächen mit ca. 190 x 110 m erkennbar. Nach den wenigen oberflächlich aufgesammelten Keramikresten gehört die Anlage in die Spätbronze- bis ältere Eisenzeit (vgl. Bahn 1994a). Die Reste der Wallanlage liegen ca. 15 m höher auf der alten Oberfläche (heutige Kernzone Biosphärenreservat Rhön). 

Funde rund um Kaltennordheim

Auf dem Windbergsattel nördlich von Kaltennordheim befanden sich mehrere Grabhügelgruppen. Darunter befanden sich die Grabreste eines Mannes und einer Frau mit bronzenen Grabbeigaben: bei der Frau eine Armspirale, zwei Radnadeln, eine Brillennadel (Haarschmuck) und sechs Spiralröllchen; beim Mann ein Dolch, ein Beil, eine Gewandnadel, sowie ein Arm- und ein Spiralring. Ein weiterer Grabhügel (Durchm. 12 m) wurde 1927 bei Wegebauarbeiten mit vier Bestattungen entdeckt: Mann, Frau, Jugendlicher und Kind. Im Rückenwirbel des Männerskeletts befand sich eine Pfeilspitze – ein einmaliger Fund. (Feustel 1958, 84 f.). Ein Grabhügelmodell befindet sich im Heimatmuseum von Kaltennordheim.
Ein Grabhügelfeld liegt 3 km östlich des Ortes im „Riederholz“ (Röderholz). Ursprünglich gab es 21 Hügel. Systematische Untersuchungen leitete Dr. E. Marquardt aus Meiningen 1935 im Auftrag von Prof. G. Neumann (Universität Jena). Es wurde ein Grabhügel mit Basalteinpackung von etwa 9 m Durchmesser und 0,80 m Höhe ausgegraben. Dieser enthielt eine Brandbestattung mit Gefäßbeigaben – Einordnung: 6. Jh. v. Chr. (Hallstattzeit). Drei Bronzearmringe sowie Keramik sind von Nachbestattungen aus der Laténezeit. 1940 wurde eine bronzene Sichel gefunden. Zu dem in der vorrömischen Eisenzeit und vielleicht auch schon in der Bronzezeit genutzten Friedhof gehörten auch Flachgräber.
Ein Plan des Gräberfeldes wurde um 1963 angefertigt. Eine jüngere Geländeaufnahme der Grabhügel erfolgte 1976 durch den ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger D. Popp aus Andenhausen.*

Die Wallanlage auf der „Alten Mark“

Zwischen Kaltensundheim und Reichenhausen liegt die Alte Mark, ein 676 m hoher bewaldeter Basaltkegel. Die Bergspitze ist von einem Wall umgeben, einer Trockenmauer aus Basalt mit vorgeblendeter Kalksteinmauer. Die Mauer war ca. 3m breit und hoch. Es handelt sich hierbei vermutlich um die Reste einer vor- oder frühgeschichtlichen Fliehburg, da hier hallstättische oder frühlaténezeitliche Scherben gefunden wurden.
Die tertiäre Basaltdecke aus Nephelinbasalt auf dem Gipfel der Alten Mark ist als Geologisches Naturdenkmal geschützt, ebenso wurde auch die vorgeschichtliche Wallanlage am Gipfel unter Schutz gestellt.*

Südroute - 3. Streckenabschnitt

Oepfershausen – Hümpfershausen - Fischbach

Tolle Ausblicke, Hütten und Keltenerlebnisse für kleine Gäste. Das Foto zeigt den Ausblick am Hümpfershäuser Berghäuschen, hier befindet sich auch ein kleiner keltischer Kletterturm. mehr >

Südroute - 4. Streckenabschnitt

Fischbach – Rhönbrise/Umpfen - Kaltennordheim

Diese Strecke führt über den Keltenberg Umpfen (Foto). Hier lohnt ein Abstecher nach Kaltennordheim ins Heimatmuseum. Dort befindet sich eine Nachbildung eines bronzezeitlichen Grabes (Funde vom Windberg). mehr >

Südroute - 5. Streckenabschnitt

Kaltennordheim – Kaltensundheim – Aschenhausen – Hohe Geba

Die Rhöner Keltenroute führt an der Alten Mark (Foto) vorbei. Dort befand sich eine alte Fliehburg mit Wallanlage. mehr >