Historische Informationen zur Region 1

Teilregion 1- Latènezeit

In Bad Salzungen gewannen schon unsere Vorfahren das weiße Gold (Salz). Rege Besiedlung gab es rund um den Berg Baier schon in der Bronzezeit und frühen vorrömischen Eisenzeit (Latènezeit ca. 5.–1. Jahrhundert v. Chr.).


Das weiße Gold der Kelten und Bad Salzungen

Im Gebiet rund um Bad Salzungen lebten vor ca. 2500 Jahren keltische Stämme. Funde in und um Bad Salzungen belegen das. Selbst die Kelten nutzten hier schon die Sole-Quellen zur Salzgewinnung (Briquetagetechnik).  Salz wird auch als das weiße Gold der Kelten bezeichnet. Lt. Chronik wurden in den Jahren 1670, 1787 und 1933 bei der Stadtkirche in Bad Salzungen Urnen und Schmuck keltischer Herkunft entdeckt. 1826 kam bei Umbauarbeiten eines Gradierwerkes ein keltischer Goldschatz ans Tageslicht (4 offene Ringe zu einer Kette gebunden). 1878 fand man beim Kiesabbau in der Nähe von Bad Salzungen (Leimbach) alte Töpfe aus Ton und reich verzierten Bronze- und Eisenschmuck aus der Zeit von 400 v. Chr. bis zur 2. Hälfte des 1. Jh. v. Chr. im schönsten keltischen Laténestil.
Beim Bau der Feldbahn 1878 wurde Kies und Sand abgetragen und fand dabei ein Gräberfeld freigelegt. Es wurde von der 4. bis 2. Hälfte des 1. Jh. v. Chr. genutzt, zeigt damit eine über Jahrhunderte fortdauernde keltische Siedlungstätigkeit an.

Von der Keltenzeit bis zum heutigen Keltenbad 

Im Bad Salzunger Ortsteil Leimbach wurde 1878 beim Eisenbahnbau das größte latènezeitliche Gräberfeld Thüringens gefunden. Das Gräberfeld zeigt den keltischen Charakter dieses Gebietes. Die Funde aus zahlreichen Gräbern, die im Zuge der Aufschotterung des Bahnkörpers der Feldabahn zerstört wurden, landeten beim „Hennebergischen Altertumsforschenden Verein“ und blieben somit der Nachwelt erhalten. Da keine detaillierten Fundberichte vorliegen, können sie jedoch nicht mehr einzelnen Gräbern zugeordnet werden. Die Funde sind im Steinsburg-Museum Römhild zu sehen. Informationen zur Geschichte der Region gibt es auch im Museum am Gradierwerk Bad Salzungen.
Die ältesten Bronzeschmuckstücke stammen aus der Zeit um 400 v. Ch. Von da an blieb das Gräberfeld bis zum Ende der Latènezeit (Epoche 5.–1. Jahrhundert v. Ch.) in ununterbrochener Nutzung. Wie bei keinem anderen Gräberfeld im Umkreis der Rhön kann so hier der Umbruch vom Brauch der Körperbestattung hin zu Brandgräbern zeitlich festgemacht werden. Die ältesten Brandgräber stammen aus dem 3. Jh. v. Ch.

Die Region um den Baier (Stadtlengsfeld- Weilar)

Der Baier ist einer der markanten Basaltberge der Vorderrhön. Zwei konzentrische Ringe sichern das 713,7 m hohe Plateau des Berges ab. Der innere Ring verläuft etwa 15 m unterhalb der Kuppe. Fast 30 m unterhalb der Kuppe umzieht ein zweiter Wall die Wohnfläche. Die umwallte Fläche beträgt ca. 3 ha. Trotz geringer Funde gilt die Wallanlage neben dem Öchsenberg als bedeutende eisenzeitliche Höhensiedlung in der Rhön.
Drei vermutlich bronzezeitliche Grabhügel befinden sich zwischen Stadtlengsfeld und Dietlas. Fünf Grabhügel liegen 2,5 km südwestlich von Stadtlengsfeld. Ein weiterer einzelner Hügel befindet sich in der Flur „An der Kuhhalle“ unmittelbar am Weg zum Beyershof. Eine Einordnung der Hügel in die Bronzezeit wurde nach Altfunden vorgenommen und ist nicht sicher (vgl. Götze/Höfer/Zschiesche 1909, 217; Felsch 1939, 76; Donat 1966, Katalog 83; Ebner 2001, Kat. Nr. 183/184).
Eine Grabhügelgruppe von neun Hügeln erstreckt sich nördlich vom Beyershof im Flurstück „Dorniges Gehege“. Am Weg von Weilar auf den Baier liegt südlich vom Beyershof ein einzelner Grabhügel (Durchmesser 10 x 13 m). Er ist gut erhalten und könnte mit einem Hügel in Zusammenhang gebracht werden, der 1836 am Baier in der Nähe des Boyneburgischen Gutes geöffnet wurde. Aus ihm konnten ein Halskragen, zwei Radnadeln und eine Armspirale geborgen werden (Feustel 1958, 95 f., Tafel XLIII).

 Dermbach und seine historischen Funde

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gab es eine erste ur- und frühgeschichtliche Sammlung des damaligen Apothekers Ferdinand Keller (*31.8.1851 in Mannheim, +4.9.1931 in Dermbach). Diese wurde von seinem Sohn Ernst Keller (*21.7.1883 in Dermbach, +1969 ebd.) weiter ergänzt. Er wurde Mitbegründer des Dermbacher Heimatmuseums. Die Sammlung umfasste etwa 500 Fundobjekte von der Altsteinzeit bis in das späte Mittelalter - auch aus der keltischen Kultur. Sie stammen in erster Linie aus Dermbach und Umgebung, Altkreis Bad Salzungen, Raum Schmalkalden und Meiningen etc. Zu den herausragendsten Funden gehört zweifellos der sogenannte bronzene "Schwurring" von Oechsen. Viele Funde aus der Region kamen Mitte des 20. Jahrhunderts an die heutige Friedrich-Schiller-Universität Jena, Bereich für Ur- und Frühgeschichte. Anfang der 80 Jahre des 20. Jhd. wurden Funde auch an das Steinsburgmuseum Römhild übergeben. Zu den Funden gehörte z. B. Radnadeln (z. B. Bronze-Doppelrad aus Dermbach, Unteralba, Wölferbütt) Abb. 10, eine Schlangenknopfsichel (Fundort Kaltennordheim), Doppelradnadeln aus Klings und Unteralba, ein keltischer Knotenarmring, eine Handmühle mit Reibe, dazu verschiedene Dolchklingen und ein Hügelgrabmodell.

 

Rund um den Berg Pleß und um den Roßberg

Funde und Hinweise am Berg Pleß

Zwei Grabhügel der Bronzezeit / vorrömischen Eisenzeit liegen ca. 2,8 km südlich von Langenfeld und westlich über dem Polsambachgrund oberhalb des Wanderweges. Einer der Hügel befindet sich unbeschädigt und gut einsehbar auf einer Wiese. Seine Höhe beträgt noch ca. 1,80 m, sein Durchmesser ca. 12 m. Der zweite Hügel liegt im Mischwald. Die letzte Vermessung der Gräber erfolgte 1963. Relativ spät, erst 1978, wurden die Gräber unter Schutz gestellt (vgl. Donat 1966, Katalog 198). Es gibt keine Funde aus den Grabhügeln, aber mittelalterliche Funde aus der Nähe.

Rund um den Roßberg

Am Oberen Roßberg gab es vier Grabhügel (580 und 600 m ü. NN). Zwei Hügel sind gut erhalten, zwei beschädigt. Bereits 1939 wurde bei Wegebauarbeiten ein Grabhügel unsachgemäß abgetragen und ein weiterer stark gestört. Der ehem. Dermbacher Lehrer W. Felsch erwähnte Skelettreste aus vier Körperbestattungen. Nur bei der Bestattung 4 fanden sich ein Dolch, ein Armring, eine kleine Bronzespirale und Keramik. Bei diesen älteren Nachforschungen wurden auch Steineinbauten aus Basalt beobachtet und kammerähnliche Strukturen beschrieben. Die letzte Geländeaufnahme des Gräberfeldes gab es 1962 von ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern unter der Leitung von G. Sennhenn.
Die wenigen Altfunde datieren die Hügelgruppe in die Bronzezeit. Weitere Einzelfunde aus der Ortsflur, z. B. eine Radnadel und ein Randleistenbeil stützen diese Einordung. Mit der Abtragung eines Steinhügels „Am Horn“ wurden ebenfalls bronzezeitliche Grabbeigaben geborgen. Zwei Radnadeln, eine Armspirale und drei Bronzebleichscheiben gehörten wahrscheinlich zu einem Frauengrab (vgl. Götze/Höfer/Zschiesche 1909, 219; Felsch 1939, 76; Feustel 1958, 96; Donat 1966, Katalog 88; Ebner 2001, Kat. Nr. 211 214).

 

Die Orte in dieser Teilregion

Bad Salzungen

Stadtlengsfeld

Streckenabschnitte der Rhöner Keltenroute

Nordroute - 1. Streckenabschnitt

Bad Salzungen – Stadtlengsfeld

Die Wanderung kann in der Kur- und Kreisstadt Bad Salzungen begonnen werden. Hier gab es es historische Funde und schon früh die Handwerkskunst des Salzsiedens, dass schon die Kelten beherrschten. (Foto: Der Gradiergarten in Bad Salzungen) mehr >

Nordroute - 2. Streckenabschnitt

Stadtlengsfeld – Martinroda – Vacha - Sünna

Diese Route führt über 2 Berge mit historischen Funden: Der Baier bei Stadtlengsfeld und der Öchsenberg mit dem Keltendorf. (Foto: Blick auf den Baier) mehr >

Nordroute - 3. Streckenabschnitt

Sünna – Pferdsdorf – Bermbach

Diese Route führt durch schöne Rhöndörfer und sanfte Hügellandschaft. Dort lohnt ein Abstecher auf historischen Pfaden zu den bronzezeitlichen Grabhügeln „Überm Haberts“ (Foto). mehr >

Erlebnisse und Angebote